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Ein Blick auf die alte Obere Brücke mit den prächtigen Platanen, im Hintergrund die Dreschhalle.

 

Sie, über die früher Fuhrwerke, Schafe, Gänse und Schweine zogen, mußte dem Fortschritt - der Verkehrsentwicklung - weichen. Nach zwei Verkehrsunfällen auf der Brücke mit tödlichem Ausgang im Juli 1965 beschloß der Gemeinderat eine neue, breitere Brücke zu bauen. Sie wurde im März 1967 dem Verkehr übergeben. Die alte Obere Brücke überquerte die eigentliche Rodau und zwei Gräben. Der Durchfluß der Rodau war für übliche Wassermengen ausreichend. Bei starken Regenfällen jedoch waren die zusätzlichen Gräben notwendig. Der hinterste Graben hatte die Aufgabe, Wasser aus der Gemarkung Nieder-Roden sowie aus dem Oberwald aufzunehmen was im Winter zwar oft problematisch, für die Jugend aber erfreulich war. Denn bei Hochwasser und Überschwemmung der angrenzenden Wiesen, so der Breitwiese, ergab sich meistens eine prächtige Eisfläche und somit ein Treff- und Sammelpunkt schlittschuhlaufender Jugend Im Sommer aber bot die Rodau die einzige Bademöglichkeit. Wichtig waren auch die beiden anderen Gräben als einzig öffentliche Wasserstelle für jedermann. Bei großer Hitze fuhren die Kuh- und Pferdebauern mit ihren eisenbereiften Wagenrädern durch die Wassermulde, weil die Wagenräder durch die Hitze leicht "lesch" wurden. Die Sonne und die warme Luft trockneten die Holztuhe so ein, daß der Reif zu groß wurde. Um diesem Ärgernis vorzubeugen, wurde in die Mulde neben der Oberen Brücke gefahren. Während das Holz der Räder wässerte, löschte das Vieh seinen Durst - ein idyllisches Bild, das unsere Zeit längst vermissen läßt.