Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen
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und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen

Katholische Kirche

Dudenhofen war bis in die Jahre 1550/1555 katholisch - eine Filiale von Ober-Roden zum Dekanat Rodgau gehörend. Der letzte katholische Pfarrer soll Nikolaus Reuss gewesen sein, der erste evangelische ein Felix Preuss. Der Glaubenswechsel vom Katholizismus zum Protestantismus wurde verursacht durch die politische Zugehörigkeit zu Hanau - Lichtenberg nach dem damals geltendem Grundsatz: "Cuius regio eius religio" (wer über die Region herrscht, bestimmt über die Religion). Bis zum Jahre 1945/46 war der katholische Glaube fast ganz erloschen. Einheiratende Katholiken ließen sich meist evangelisch trauen, ihre Kinder evangelisch taufen und erziehen. Die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten nach dem Zweiten Weltkrieg brachte etwa 70 bis 80 katholische Familien nach Dudenhofen, sodass die Anzahl der Katholiken damals rund 450 betrug.

Aus dem Sudetenland kamen die Familien Albrecht, Beiser, Barth, Bayer, Beil, Blasinger, Böhm, Ditrich, Dub, Felgenhauer, Födisch, Friedrich, Futschik, Gröger, Heinl, Holfeld, Irmisch, Kahl, Kaksch, Kaindl, Keitzel, Kirsch, Klement, Klos, Knoll, Kolb, Kornherr, Koukal, Köhler, Körper, Krisch, Lorenz, Löschner, Luitz, Mann, Mayer, Meixner, Mildner, Morbitzer, Münzer, Navara, Öhm, Pahler, Pelzl, Pöschl, Pöschko, Puschner, Rachuth, Reindl, Rödig, Sach, Sarauer, Sladek, Swoboda, Schlosser, Schmidt, Schönwälder, Schreiber, Schulz, Schuster, Schwarzer, Stamm, Stark, Stix, Stutz, Tauber, Tobias, Trinkl, Unger, Vogl, Weilgunni, Weis, Winter, Wolf, Wünsch, Zinner, Zuleger und Zebisch.

Aus Schlesien stammen die Familien Duchatsch, Klein, Morawe, Rauch, Swiechowicz und Weigelt. Aus Mähren: Eckert und Mischke. Aus der Slowakei: Holecz und Mittermeyer. Aus Jugoslawien: Walzer.

Die übrigen Katholiken kamen aus Hessen, Bayern, dem Rheinland und Tühringen. Nachdem die Dudenhöfer Katholiken zunächst die Gottesdienste in Nieder-Roden und Jügesheim besuchten mussten, wurde an Weihnachten 1950, rund 400 Jahre später, zum erstenmal wieder die heilige Messe in Dudenhofen gefeiert. Die ersten Gottesdienste wurden in der Gaststätte "Zum grünen Baum" abgehalten. Später stellte die evangelische Kirchengemeinde unter Pfarrer Föhring ihren eigenen Kirchenraum zur Verfügung. Bis zum Sonntag, den 25. Juni 1954, war von jetzt ab jeden 2. Sonntag und 4. Sonntag im Monat katholischer Gottesdienst in der evangelischen Kirche. Seitdem haben die Katholiken Dudenhofens ihre eigene Kirche.

 

Dudenhofen erhielt 1953 die zweite katholische Kirche seiner Geschichte. Schon Pfarrer Schwarz hatte die Absicht, in Dudenhofen eine Kirche zu bauen und bemühte sich um einen Bauplatz. Durch die Feldbereinigung waren bereits zwei Bauplätze an der Ecke Schul- und Feldstrasse zugewiesen von etwa 1500 qm. Auf dem einen Platz sollte ein Wohnhaus für Flüchtige, auf dem anderen eine Kirche entstehen. Der Platz war jedoch für eine Kirche zu klein. Mit Zustimmung der Gemeinde konnte dann der einst abgelehnte Platz an der Ecke Schul-Feldstrasse mit 750 qm erworben werden. Dazu kam noch ein Grundstück aus Privathand, sodass 1500 qm zur Verfügung standen.

Am 02. Mai 1953 wurde mit den Ausschachtungen begonnen und am Sonntag, den 14. Juni 1953, durch S. Exzellenz Bischof Dr. Albert Stohr der Grundstein gelegt. Der Plan wurde von Dipl. Ing. Helmut Bilek entworfen. Die Einweihung, womit die Kirche in die Obhut der Jungfrau Maria gegeben wurde, fand am 08. August 1954 durch den aus China vertriebenden Missionsbischof Grimm statt. Die sechsstellige Summe, die dieser Neubau etwa gekostet hat, wurde hauptsächlich durch Spenden der vertriebenden Neubürger und durch Darlehen aufgebracht. Pfarrer Kern aus Nieder-Roden war der erste Seelsorger.

 

 

Grundsteinlegung für die katholische Kirche St. Marien Dudenhofen am 14. Juni 1953. Die Geistlichkeit begibt sich auf das Podium. Auf der obersten Stufe Pfarrer Philipp Kern von Nieder-Roden. Segnend sieht man Bischof Dr. Albert Stohr. In der Bildmitte ist im schwarzen Rock der Diözesanflüchtingsseelsorger Dr. Reiß zu erkennen.

 

 

Bischof Dr. Albert Stohr und Domkapitular Stroh bei der Verlesung der Urkunde, die im Grundstein eingeschlossen ist. Anschließend nahm er die Weihe des Grundsteins vor (14. Juni 1953).

 

Mit dem Abschleppwagen der Firma Richard Fecher Jügesheim (Autohaus) wurden 1965 die drei Glocken für die katholische Kirche gebracht.

 

Die Fronleichnamprozession der katholischen Pfarrgemeinde Jügesheim/Dudenhofen auf dem Weg über das "Bahnpädche" entlang der Rodgau-Bahn nach Dudenhofen. Was früher undenkbar war, fand 1984 statt - eine Prozession an Fronleichnam von Jügesheim nach Dudenhofen. Wenngleich einige Jügesheimer doch recht zurückhaltend reagierten nach dem Motto - "nach Dudenhofen gehe ich nicht" - und der Prozession fernblieben, sprach Pfarrer Meissner von einem Erfolg und einer Geste, die sowohl in Jügesheim wie in Dudenhofen mehrheitlich sehr positiv aufgenommen wurde. Das herrliche Sommerwetter tat ein übriges, diesen Fronleichnamszug zu einem eindrucksvollen Ereignis werden zu lassen.

Dazu trug auch die Beteiligung der in Dudenhofen zugezogenen aramäischen Christen bei, die auf dem Platz vor dem Rathaus einen Altar errichtet hatten. In seiner Predigt wies Pfarrer Meissner auf die Probleme der Glaubensbrüder aus Kleinasien hin, ihre dortige Verfolgung und auf die Pflicht, ihnen in ihrer neuen Heimat beim Einleben zu helfen.