Dreschen der Frucht - Scheunendrusch
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Das Dreschen des Getreides bis zur Jahrhundertwende und zum Teil noch in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg geschah durch Handdrusch, also per Dreschflegel, während der Wintermonate in den Scheunen in Nachbarschaftshilfe oder bei größeren Betrieben im Lohndrusch. Diese Arbeit begann bald nach der Kirchweih im November.
Zum Scheunendrusch brachte jeder Beteiligte seinen eigenen Dreschflegel mit. Die Gebunde wurden in der Tenne (Denn) ausgebreitet, nicht zu stark aufgeschüttet und dann rhythmisch ausgeschlagen. Dieser Arbeitstakt mußte gekonnt sein. Er war sehr geräuschvoll. Während des Winters war das rliythmische Klipp-Klapp kennzeichnend in vielen unseren Hofreiten.
War die Getreideschicht ausreichend bearbeitet, wurde sie gewendet und der gleiche Vorgang wiederholte sich. Wurde festgestellt, daß die Ähre „sauber", das heißt ohne Körner war, wurde das Klopfen beendet, um nicht leeres Stroh zu dreschen. War genügend Dreschgut gewonnen, begann das Rcinigen der Körner von der Spreu. Zunächst wurde die Frucht durch die „Rollreiter" geschüttelt (großmaschige Handsiebe), um die leeren Ähren und das Häcksel herauszusieben.
Nun wurde die „Windmühle" betätigt. Sie war eine Art Windmaschine, in der von Hand bedient ein reinigender Wind erzeugt wurde. Die Frucht lief Über mehrere Siebe durch das Gerät. Der Luftzug blies in eine bestimmte Richtung, entgegengesetzt verließen dann die gereinigten Getreidekörner die Maschine. Links von der Windmühle war eine Öffnung, durch die Übergroße Körner oder das Mutterkorn ausgeschieden wurden. Diese geschilderten Arbeitsgänge wiederholten sich täglich bis der „Stock" (in der Scheune gestapeltes Korn) gedroschen war.
Als dann in England die ersten Dreschmaschinen gebaut wurden, griff diese Technik auch auf den Kontinent über. In Dudenhofen wurden bald zwei Dreschgenossenschaften gegründet: die „Dreschgenossenschaft 1" an der Oberen Brücke und die „Dreschgenossenschaft 2" am Friedhof. Die Drcscherei begann um 6 Uhr in der Früh, um 9 Uhr wurde gefrühstückt und dann gings ohne Unterbrechung - kein Mittagessen - durch bis zum Ende. Die anschließende Mahlzeit dauerte oft bis in die frühen Nachtstunden und manch einer kam bierselig nach Hause.
Beim Scheunendrusch war Nachbarschaftshilfe unerläßlich. Das galt vor allem dann, wenn, wie ab den dreißiger Jahren, die Dreschmaschine auf den Hof kam.
Die folgenden Bilder zeigen einen solchen Drusch auf dem Hof des Landwirts Heinrich Weitz. Damals mußten die Getreidegarben aufgeschnitten, die Körner in Säcken und die Spreu (zur weiteren Verwendung) in Körben fortgetragen werden.
Beim Dreschen an der Dreschmaschine waren nötig:
An der Presse: ein Wagenlader für Stroh, ein Abreißer der Gebunde, ein Gabler.
Ferner ein Mann am Kurzstroh („Wähbärre"), ein Mann oder eine Frau an der Spreu („Sprauzische"), drei Mann auf der Dreschmaschine (Anleger, Aufschneider und Zugeber), zwei Mann auf dem Erntewagen, ein Mann an den Säcken („Sackherrsche"), ein Mann fürs Fuhrwerk von der Dreschmaschine zum Hof, drei Mann zum Strohabladen, insgesamt 12 bis 15 Personen. 
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