Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen
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Hausschlachtungen

Philipp Stockum während einer Hausschlachtung bei Familie Heinrich Liller in der Karlstraße 3. Es war sicherlich ein Erlebnis für den kleinen Ernst Ludwig, zuzusehen, wie die Würste gefüllt wurden.

Zu den ereignisreichsten Tagen im Leben einer Bauernfamilie gehörte meistens das Hausschlachten. An solch einem Tag freute sich jeder auf "Wellfleisch" oder Leber- und Blutwurst frisch aus dem Kessel - und nicht zuletzt auch auf die "Schwarze Brühe". Es war üblich, daß sich jeder seine Wurstsuppe holte, wobei die Bäuerin meistens noch eine "Overdruze" - eine Draufgabe - zukommen ließ. Für Kinder gab es kleine Würstchen ("Läwwärwärschterschär"). Beliebt war auch das Wurstfett ("Worschtfätt" ) als Brotaufstrich. Üblich war auch, daß der Pfarrer und die Gemeindeschwestern ihren Anteil vom Geschlachteten bekamen.

Vielen ist sicher noch der Spaß in Erinnerung, den sich der Liller-Metzger mit jungen Burschen machte, wenn er diese mit einem leeren Sack zum Pfarrer oder dem Müller Anton schickte, um bei diesen das "Worschtmaß" zu holen. Die Burschen kamen dann schwer beladen mit einem Sack voll Steinen zurück und jeder hatte seine Gaudi.

 

Georg Philipp Liller bei einer seiner letzten Hausschlachtungen. Er hatte in der Dr. Weinholzstrasse einen kleinen Laden, in dem folgendes zu lesen war:

"Ochsen, Kälber, Kühe, Schweine,
haben Knochen und Gebeine,
deshalb muss beim Fleischauswiegen,
jeder einen Knochen kriegen."

 

Die Sau und ihr Trog - das lieferte so manch einem Dudenhöfer Bauern den Stoff zu dem Vorwurf: "Du verlässt Deinen Arbeitsplatz wie die Sau ihren Trog". Wie hier der Trog gesäubert wird, beobachten Else Resch und ihr Sohn Manfred im Februar 1933. Die Frage ist allerdings: "Wie verlässt eine Sau eigentlich ihren Trog?".

 

Ludwig Walter - bekannt als "Schnurwirtsmetzger" und Großviehhändler - mit seinem Sohn Helmut. Sie führen zwei Ochsen ins Schlachthaus. Ludwig, wie stets, mit seinem "Stumpe", unweigerlich wird in so manche Worschtfüllung "e bissche Esche e noigefalle soi".