Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen
Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...
in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...
und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen

Unsere Backhäuser

Lieblich duftete es aus den Dudenhöfer Gemeindebacköfen. Seit altersher Herrschte in Dudenhofen der Brauch, daß beim Abendläuten der Kirchenglocken gelost wurde, in welcher Reihenfolge die Bauern ihr Brot backten Mit Schubkarren voll Wellholz - zum Ofenheizen wurden zehn Wallen benötigt - fuhren die Bauern, von denen jeder einen hervorragenden Brotteig zu mischen verstand, zu den altertümlichen Öfen, wo die Frauen und Töchter zu wirken begannen. „Das Backe dauerte annerthalb Stund, wer gute Zähne hatte für den dadens zwaa." Je länger die gut gegangenen Laibe backten, desto knuspriger wurden sie. Jede Familie hatte ihre eigenen Geräte zum „Einschießen" mit den langen Stangen, die vorne platt waren wie ein Ruder. Der „Huddellumpen" diente zum Reinigen des Ofens von der Asche, Holzkratzer und Wassereimer mit Bürste brauchte man, damit das Brot eine schöne braune Farbe bekam.

Jeden Sonntag und Mittwoch wurde gelost und die Backerlaubnis sechs mal zwei Leuten erteilt. Von morgens früh bis spät in den Abend rauchten die hohen Kamine und es verbreitete sich ein angenehmer, verlockender Duft von frischem Backwerk und verbrennendem Kien- und Fichtenholz. Besonders vor Familien- und anderen Festen herrschte in den alten Vorräumen und Backöfen lebhafter Betrieb. Hunderte von Kuchen wurden in den gleichmäßig warmen Ofen geschoben. Seitwärts hatte man ein kleines Feuer angezündet, damit man sehen konnte, wie weit das Backwerk gediehen war. Vor Hochzeiten wanderte eine wahre Armee von herrlich duftenden Streusel- („Riwwel")-, Butterschmier- und Radonenkuchen in die Backöfen. Vor Weihnachten wurden Riesenbleche mit Zimtsternen, Anisgebackenem und allerlei Buttergebäck in die Öfen geschoben, nachdem das Gebäck von den Frauen sorgfältig bestrichen worden war.

Erstaunlich war, mit welcher Disziplin sich die Bevölkerung der erwähnten  Losentscheidung unterwarf. Kaum einmal gab es Unfrieden, weil vielleicht einer der Einwohner eher backen wollte als der andere.

Nach Überlieferungen alter Dudenhöfer soll früher in der heutigen Nieuwpoorterstraße 139 ein Backofen gewesen sein.

 

Der Schubkarren war früher in jedem Haus zu finden. Seine Verwendung war vielseitig. So wurde er auch beim Brotbacken benutzt, um den Backteig zum Backhaus (Backen) zu befördern. Lisette Liller fährt die abgebrannte Holzkohle nach dem Backen vom Backen im Oberndorf nach Hause. Auch zum Holzlesen im Gemeindewald wurde der Schubkarren gebraucht, um das Holz - vornehmlich dürre Äste (Hääler) - heimzufahren. Er war für viele Leute, die kein Fuhrwerk hatten, das einzige Transportmittel. Im Frühjahr und im Sommer beim „Krautegehen" war er auch dabei. Viele Quecken (Unkraut) wurden mit ihm von den Äckern zum Bach (Besch) gefahren und dort gewaschen, bevor sie als Viehfutter verwertet wurden.