Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen
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Schulzeit

Das zweite Schulhaus (Aufnahme etwa 1930) - ein schmuckloses aber zweckdienliches Gebäude für Klassenräume und Lehrerwohnungen. Der Eingang zur Nieuwpoorter Strasse wurde in den dreißiger Jahren zugemauert und der Treppenaufgang abgerissen. 1967 wurde die alte Schule zum Wohnhaus umgebaut und in ihr fünf Wohnungen geschaffen.

 

Lehrer Sauerwein sitzend mit Lehrerkollegium um 1900.

 

Erst Schule, dann Rathaus, jetzt Polizeistation. Nachdem die Dudenhöfer 1908 ihre fünfte Lehrerstelle bewilligt bekamen - sie wurde wegen zu großer Schülerzahl notwendig - wußten sie nicht, wohin mit den vielen Schülern. Im bisherigen Schulgebäude gab es keine fünft einwandfreien Lehrsäle, also musste eine neue "Penne" her. Sie wurde an der Schulstrasse, der heutigen Georg-August-Zinn-Strasse, gebaut und am Sonntag, dem 07. November 1908, eingeweiht. Am alten Schulhaus stellte sich um ein Uhr der Festzug auf. Er bestand aus den fünf Klassen, dem Orts-, Schul- und Kirchenvorstand und einem gemischten Chor. Unter Glockengeläute bewegte sich der Zug zum neuen Schulhaus. Hier sang der Kirchenchor unter Leitung von Lehrer Krug das Lied "Preis und Anbetung sei unserem Gott". Pfarrer Schuster hielt eine Festrede, in der er auf die Bedeutung des Gebäudes für das Wohl der Gemeinde hinwies. Den inhaltsschweren Worte folgten Gebet und Weihe; dann sang der Kirchenchor abermals ein Kirchenlied: "Lobt froh den Herrn". Schließlich ergriff auch Bürgermeister Kratz das Wort und dankte allen, die die neue Schule vollendet hatten.

Bevor die Bevölkerung den für die damalige Zeit imposanten Bau besichtigen konnte, lobten die Schüler der zweiten Klasse den Herrn in einem letzen Lied. Anschließend wurden an die Schuljugend Brezeln verteilt. Diesem Tag folgten viele Jahre lang das für das damalige Schulwesen typische Verteilen von Maßregelungen bis hin zu Schlägen, mit denen Disziplin und Gehorsan erzwungen werden sollten. Das Ergebnis dieser Art von Erziehung, verbunden mit vielen anderen Ursachen, wurde im Jahr 1933 deutlich sichtbar. Über der Schule wurde die Hakenkreutfahne aufgezogen, der Platz vor der Schule wurde umbenannt in Horst-Wessel-Platz, in Anlehnung an den SA-Führer Horst Wessel, der am 30. Januar 1930 erschossen wurde. Das nicht alle damit einverstanden waren, zeigte folgende Begebenheit: Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten hangelten sich, vermutlich im Frühjahr 1933, junge beherzte Männer am Blitzableiter hoch und holten die auf dem Dach des Türmchens wehende Hakenkreuzfahne herunter. Die Turmstürmer wurden von der SS nach Offenbach gebracht und brutal zusammengeschlagen.

Weil das Türmchen auf dem Schulhaus dringend einer Renovierung bedurfte - die Rolläden waren kaputt, Vögel hatten sich eingenistet, der Boden faulte - wurde es im Jahr 1934 oder 1935 abgerissen. Seit Januar 1963 schließlich wurde das seit längerem leerstehende als Rathaus genutzt, nachdem das alte Gebäude in der Nieuwpoorterstrasse zu klein geworden war. Nach der Gebietsreform hatte zunächst der Rodgauer Bauamtsleiter dort seinen Sitz, bevor er ins zentrale Rathaus umzog. Am 01. Februar 1990 wurde die ursprüngliche Schule Polizeistation.

 

Altes Schulhaus, Luftaufnahme von 1957. Inzwischen mit viel Wehen umgebaut vom Bürgerhaus, das im November 1980 als "gut Stubb" eingeweiht wurde.

 

 

Älteste Aufnahme (1873)

 

Lehrer Sauerwein mit Schulklasse

 

Schulbild aus der Zeit um die Jahrhundertwende vor der alten Schule. Lehrer und Klasse sind unbekannt. Erwähnenswert ist die fast einheitliche, uniforme Bekleidung der Knaben und Mädchen, eine Sitte, die damals gang und gäbe war. Es fehlte bei den Mädchen nur die Kopfhaube.

 

Aufnahme aus dem Jahre 1902 mit Lehrer Krug hinter dem alten Schulhaus.

 

Fortbildungsschülerinnen des Schuljahrganges 1914 mit ihrer Lehrerin, Frau Beuchert.

 

 

Schuljahrgang 1917 in seinem Klassenzimmer in der alten Schule an der Hauptstrasse, heute Nieuwpoorterstrasse.

 

Schuljahrgang 1919/20 mit Lehrer Moxter im Jahr 1930. Vorn in der Mitte Richard Koop.

 

Schuljahrgang 1923/24 mit seinem Klassenlehrer Schmidt. Hoffnungsvolle Gesichter von Mädchen und Jungen, die schon wenige Jahre später Schlimmes erleiden mussten.Viele von ihnen verloren im Zweiten Weltkrieg ihr Leben. Die mit ihrem Leben davonkamen, waren vielfach nach dem Krieg durch Gefangenschaft von Entbehrungen gekennzeichnet, die Frauen leisteten harte Aufbauarbeit.

 

Nicht nur vom Jahrgang 1923/24, sondern auch aus dieser Klasse des Jahrgang 1924/25 sind sehr viele Opfer des Zweiten Weltkrieges geworden. Lehrer Moxter begleitete diese Klasse vom ersten bis zum sechsten Schuljahr.

 

Schuljahrgang 1927/28 mit Frau Weber.