Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen
Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...
in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...
und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen

Ort - Strassen - Gassen

Auch das ist nicht mehr. Heute heißt´s: Rodgau-Dudenhofen

 

Ortsansicht von Alt-Dudenhofen - vom jetzigen Jugendhaus gesehen. Markantes Zeichen ist der Kirchturm und die Scheunenfront der alten Hofreiten rechts von der Nieuwpoorterstrasse.

 

Der unbebaute Teil Dudenhofens östlich der Rodau um 1955. Heute befinden sich dort die Freiherr-von Stein-Schule, zwei Kindergärten, der Minigolfplatz und mehrere Wohnstrassen mit Bungalows und Hochhäusern.

 

Friedlich sieht das Bild von Dudenhofen um etwa 1955 aus. Der Blick geht von der damals alten Seligenstädterstrasse über die Spargelanlage von Ludwig Seum III. aus der Dr. Weinholz-Strasse 58.

 

Oberndorf

Eine malerische Ansicht vom früheren "Oberndorf". Sie reicht vom "Backes bis zum Zwergfloß". Hier sind noch die alten Telefonmasten zu erkennen. Die Hauptstrasse vom Oberndorf (Obere Pforte) zum Unterndorf (Untere Pforte) war zum Leidwesen der Anwohner erheblich vom Durchgangsverkehr belastet, ein Übel, dem erst vor wenigen Jahren durch die Umgehungsstrasse abgeholfen wurde.

 

 

Blick von der oberen Brücke mit "Zwergfloß", auch "Musikanten-Insel" genannt. Vorn das Haus Kratz/Hofmann, daneben das Haus Eichhorn.

 

Die Hauptstrasse vor dem Abbruch der alten Häuser und der Verbreiterung der Niederröderstrasse. Im Bildvordergrund die heutige Opelstrasse in Richtung Babenhausen.

 

Das Haus der Elise Hamman in der Nieuwpoorterstrasse 8 wurde 1966 abgerissen. Auf dem Bild von links: Marie Mahr, geb. Seib, Johan Adam Mahr (besser bekannt als Polier Adam), Adam Seib (Vater von Ludwig Seib), Marie Mahr, Katharina Mahr und Frau Seib, geb. Kämmerer. Am Fenster die alte Kämmer-Metzger.

 

Blick auf die alte Hauptstrasse, auf das Fachwerkhaus Walter ("Ochse Peter") und daneben das Haus Seib (Musikantenhaus), die es beide nicht mehr gibt. Das Ochse-Peter-Haus erhielt seinen Namen wegen folgender Begebenheit: Der frühere Eigentümer, Peter Walter, verlor als Kind seine Eltern, die kurz hintereinander an einer Seuche starben. Er selbst wurde von seinem Onkel, Johann Ochs II., in der Nieuwpoorterstrasse 92 aufgezogen. Als Erwachsener bezog er später das Elternhaus, das man seither das "Ochse-Peter-Haus" nannte. Dieser ansprechende Fachwerkbau in der Babenhäuserstrasse 3 war das erste gänzlich unterkellerte Haus im Ort und nach Überlieferung aus herrschaftlichem Besitz.

 

Alte Hofansicht Nieuwpoorterstrasse 10, heute Firma Wagner - Heizungsbau. Vorgelagert bis zur Hauptstrasse das Haus, dass die "Hamman-Elise" bis zuletzt bewohnte. Am Haus vorn befand sich das Schild "Feuermeldestelle". Aus dem Fenster schaut der "Marineschreiner" Johann Heinrich Walter II., rechts steht Ludwig Walter II.

 

 

Luftaufnahme der Hofreiten Nieuwpoorterstrasse 9 bis 13 in Richtung der Wiesen.

 

Die alten Häuser Nieuwpoorterstrasse 8 und 12. Bis zum Abbruch 1966, dem Jahr des Fotos, war im Haus Nr. 12 jahrzehntelang der Laden der Konsumgenossenschaft. Auf dem Grundstück befindet sich heute die Sparkasse Langen-Seligenstadt.

 

Alt-Dudenhöfer Anblick: Die Hofreite Nieuwpoorterstrasse 16 (Küfer Resch), in der in mehreren Generationen Landwirtschaft und Küferei betrieben wurde ist für viele Dudenhöfer noch ein Begriff.

 

 

 

Einen besonderen Reiz für das Ortsbild bieten, verwinkelt und verschachtelt, die Gebäude in der Nieuwpoorterstrasse 23. Früher waren hier in einer Art Reihenhausbebauung drei kleine Landwirtschaftliche Betriebe in einer Hofreite hintereinander angesiedelt.

 

Doppelhofreite Nieuwpoorterstrasse 24 bis 26. Hier wohnte im hinteren Teil der "Hinterbühler", vorne links der "Reschewirt". Rechts befand sich die Tür zum Bier- und Eiskeller.

 

Nieuwpoorterstrasse 18 bis 24. Links eine überdachte Hofeinfahrt, daneben die frühere Bauernhofreite von Ernst Kratz, eine überbaute Toreinfahrt, traufenseitig zur Strasse hin, das Wohnhaus abgedeckt durch ein "Satteldach mit Krüppelwanne" (im Volksmund "Patschkappe" genannt). Heute steht an dieser Stelle ein Neubau.

 

Das linke Haus Nieuwpoorterstrasse 22 gehörte der Famile Kratz, es war das Elternhaus von Anna Kratz (Architektin), ein Fachwerk in mainfränkischer Bauart. Rechts das Stammhaus der Familie Petzinger (Architekt), das später an Familie Conrad verkauft wurde und heute noch im Eigentum von deren Nachkommen ist. Das Haus war früher als "Reschewirtshaus" bekannt. Diesen Fachwerkhaus ebenfalls mainfränkischer Baustil.

 

Das Fachwerkhaus Nieuwpoorterstrasse 29 wurde abgerissen und musste einem Neubau weichen. Sein Baustil: mainfränkische Fachwerkkonstruktion, Gebälk mit Ober- und Untergurt fest eingebunden, der Dachgiebel mit Dachzeigeln behängt und am unteren Ende ein kleiner Vorsprung zum Schutz der Giebelfront. Die kleineren Vorgärten dienten vornehmlich als Blumen- und Gewürzgärten (Salbei, Majoran, Bohnenkraut, Keim=Marienzweig für Konfirmation und Hochzeiten). Außerdem gewährten sie Schutz gegen "Horch und Guck". Vorne: Katharina Kratz, Ludwig Kratz und Ludwig Schnur.

 

 

Mitterndorf

Nieuwpoorterstrasse 30, Erdgeschoss mit Hainstädter Backsteinen. Erster Stock und Dachgiebel: Anordnung von Pforten und Streben; Fuss- und Brustschwellen profiliert; im Mittelteil Kreuzverstrebungen sowie Speicherfenster mit "Eulenloch". Vor dem Haus gelagert der alt bekannte Baumstamm "Baubaam". Abends war er ein beliebter Treffpunkt für jung und alt für Dorftratsch und Gesang.

 

Aufnahme vor 1900. Philipp Ludwig Kratz I., auch "Torhäuser" genannt, mit Pferden und Ackerwagen vor seinem Haus Nieuwpoorterstrasse 51.

 

Das "stille Örtchen" - ein hier früher übliches "Plumps-Klo" - lag immer außerhalb des Wohnauses. Im Winter war seine Benutzung sicherlich oft eine Qual.

 

Kleinbäuerliche Hofreite - schmal und langgestreckt in der Nieuwpoorterstrasse.

 

So sah die "Alte Schmiede" um 1914 aus. Später wurde sie umgebaut; seit Oktober 1977 ist sie Gastwirtschaft "Zur Alten Schmiede". Wo früher heißes Eisen geschmiedet wurde, wird heute kühles Bier getrunken. Von links: Schmiedmeister Peter Ernst Kratz III., Peter Adolf Kratz IV., Johann (von Schaafheim) und der Lehrbub Philipp Heinrich Conrad.

 

Auch diesen im mainfränkischen Stil erbaute Fachwerkhaus in der Nieuwpoorterstrasse 48 bietet sich uns in seiner Schönheut leider nicht mehr dar, denn es wurde 1969 überputzt. Die Aufnahme entstand am Tauftage der Eigentümerin Herta Seum, im August 1927. Kinder von links: Irmgard Kratz, Ernst Adolf Mahr und Erna Schnur. Erwachsene von links: Marie Luise Kämmerer, Katharina Mahr, Marie Mahr, Katharina Schnur, Anna Katharina Muhl.

 

Das Wohnaus der Familie Weitz, heute Nieuwpoorterstrasse 73. "Die Weitze" sind seit 1692 alt eingesessene Dudenhöfer Familien.

 

 

Pferde galten früher als Stolz der Eigentümer. Sie wurden nicht nur zur Arbeit eingesetzt, man verwendete sie auch als Reitpferde. Auf dem Bild sind die beiden Jungbauern Ludwig Kühnle und Lidwih Petzinger im Winter 1942 zu sehen. Im Fenster des Gebäudes erkennt man Ludwig Klein, der im zweiten Weltkrieg gefallen ist. Die alte Fachwerkscheune wurde 1952 abgerissen. Heute ist hier die Einfahrt zur Bleichstrasse, die ins Neubaugebiet hinter die Rodau führt.

 

Eine Art Herzstück von Dudenhofen bietet mit seinem Kirchturm die Ansicht Ecke Ludwig-Erhard-Platz - Nieuwpoorterstrasse. Das Eckhaus hat eine bemerkenswerte Fachwerkgiebelfront. Das Anwesen wurde bis in die sechziger Jahre als Schlosserei genutzt (Ingenieur Resch). Heute befindet sich in diesem renovierten Gebäude die "Einhorn Apotheke".

 

Bauernhäuser neben dem alten Rathaus. Baustil: Spätrenaissance, vermischt mit romanischen Rundbogenfenstern mit Türmchen und Erker. Häuserfront mit Spitzgiebel und Giebel mit Krüppelwalmen.

 

Repro einer alten Ansichtskarte, die Hauptstrasse in der Gegenrichtung.

 

Dudenhofens ehemalige Hauptstrasse, 1950.

 

Dieses Gemälde von Irene Resch ist eine Nachbildung. Das eigentliche Gemälde des unbekannten Künstlers M. Müller hing über Jahrzehnte in der Gastwirtschaft "Zum Guckemus". Es zeigt uns einen Blick zurück in die Vergangenheit von Dudenhofen, als die B45 noch ein Dorfgasse war. Links der Kastanienbaum auf dem Kirchenvorplatz.

Unnerndorf

Die Ansicht des Unnerndorfes vor 1930 aus einem anderen Blickwinkel.

 

Verträumte Fachwerkhäuser (Kratz-Muhl) in der Hauptstrasse, der heutigen Nieuwpoorterstrasse. Erinnerung an eine Zeit, als Dudenhofen noch das am meisten geprägte Bauerndorf im Rodgau war.

 

 

Ein Blick zurück in die Vergangenheit, als die B45 noch eine Dorfstrasse mit noch unversehrten Fachwerkhäusern war. Heute hat sich, sehr zum Leidwesen der Anlieger, die B45 zu einer vielbefahrenen Autostrasse entwickelt.

 

Ein malerisches altes Fachwerkhaus in der früheren Hauptstrasse 94 war das der Familie Philipp Muhl. Es zählte zur mittelfränkischen (mainfränkischen) Fachwerkbauweise. Die Anordnung der Streben, Stützen, Pfosten und Balken vermittelt eindrucksvoll das Können der damaligen Zimmerleute. Die gekreuzten Streben unter dem Fenster links, deuten auf ein Runenzeichen oder auch auf das Hauszeichen der Familie Eckert/Muhl hin.

 

Nicht modern, aber dennoch reizvoll: Blick vom alten Schulhaus in die Doppelhofreite Nieuwpoorterstrasse 101 bis 103.

 

Das Haus Nieuwpoorterstrasse 115 war früher lange Jahre die Poststelle Dudenhofens. Michael Heberer und seine Familie (Eigentümer des Hauses) nannte man "die Postheberer".

 

Auch das nicht mehr vorhandene Anwesen Nieuwpoorterstrasse 107 und 109 war eine Doppelhofreite. Im Vorderhaus wohnte die Familie Philipp Walter (Bodenwagner), Im Hinterhaus Ludwig Seum ("Scholze-Loui"). Auffällig am Vorderhaus war das Vordach am Giebel. Es diente zum Schutz der Balkenköpfe.

 

Die Doppelhofreite Nieuwpoorterstrasse Nr. 131 war typisch für Dudenhofen. Sie war, wie viele andere auch, nicht unterkellert. Wollte man auf den Dachboden, dann musste man durch die Wohnung im ersten Stock. Zwischen dem Vorder- und Hinterhaus befand sich im ersten Stock noch eine Wohnung. Darunter waren ein Ziegen- und ein Schweinestall. Im Hinterhaus wohnte die Familie Georg Heinrich Walter I. ("Holzschneider"); heute Familie Dauth. Neben dem Haus befand sich der nur 2,50 Meter breite Hof. An ihm lagen von vorn gesehen: Futterstall, Kuhstall, zwei Schweineställe, zwei Mistplätze, die Hoftoilletenanlage (der "Abe", oder anders gesagt das "Plumpsklo"), Hühnerstall, ein freier Platz mit Birnbaum und Brunnen, feste Schuppen und die Jauchegrube ("Puhlloch"), die bei Hochwasser überlief.

Verputztes Fachwerkhaus Nieuwpoorterstrasse 112. Einfahrt zu den Häusern 106/108/110, im Volksmund "Judengasse" genannt. An der linken Ecke des Hauses 112 war vor dem zweiten Weltkrieg ein Ziehbrunnen. Das Wasser wurde mittels einer Ziehstange mit Haken, an dem ein Eimer eingehängt wurde, hochgezogen. Das Haus in der Mitte kann - Gott sei Dank - nicht abgerissen werden. An ihm zeigt sich andererseits aber auch eine Problematik des Denkmalschutzes: "Ohne Moos nix los". Es gilt als erhaltenswert, Kenner sprechen von einem bauhistorisch interessanten Fachwerk. Sein desolater Anblick aber ist in Worten nicht zu beschreiben. Wer - und alsbald - tut etwas gegen den vortschreitenden Verrottungsprozess?

 

Dieses schöne Bild stammt von dem Niederröder Künstler Willi Grimm. Es zeigt den alten Bauernhof des Christian Heinrich Klein in der Nieuwpoorterstrasse 135.

 

Nieuwpoorterstrasse 133 bis 147. Rechts im Haus gab es früher eine Kolonialwarenhandlung, geleitet von Philipp Heinrich Mahr II. Dahinter stand, wie ihn die Einheimischen nannten, "ein Zuckerbirnbaum".

 

Hochwasser! Nach einem Wolkenbruch glich das "Unnerdorf" einem spiegelnden See.

 

Bei Hochwasser staute sich das Wasser im "Unnerndorf" oft bis zur "Alten Post". Für Kinder war es stets ein Vergnügen, wenn sie im Wasser waten ("bahlen") konnten.

 

 

Kniestockhaus Nieuwpoorterstrasse 147 erbaut 1894. Das Aufsetzen der Gauben gab inner mehr Stellfläche. Sie standen traufenseitig mit Blick zur Strasse. Besondere Merkmale der damaligen Bauweise waren die Klappläden. Der Erbauer dieses Hauses war Johann Philipp Funk IV. Da die Ehe mit seiner Frau Luise kinderlos blieb, nahmen Sie drei Kinder an und gaben ihnen eine neue Heimat. Nur einer, Fritz Hinterkopf, im Ort als Schuhmacher sehr beliebt, blieb bei den Eltern. Von links: Johann Philipp Funk IV. und Hans Köhler, der nach Amerika auswanderte.

 

Das damalige Haus von Ludwig Weitz in der Nieuwpoorterstrasse 145 wurde von der Familie Frank umgebaut. Es hatte früher einen Vorgarten, wie sie verschiedentlich auch vor anderen Häusern der alten Hauptstrasse anzutreffen waren. Die Gärten mussten später wegen der Strassenverbreiterung weichen. Der Bub am Zaun ist Ludwig Weitz, etwa 1908.

 

An Schaulustigen hat es nicht gefehlt. Links Günter Resch, rechts Günter Mahr.

 

Irrfahrt eines amerikanischen Panzers (1948) in das Haus des Heinrich Mahr, Nieuwpoorterstrasse 122.

 

Ortseinfahrt, von Jügesheim aus, ins "Unnerndorf", früher Untere Pforte genannt. Links die am 03. März 1872 gesetzte Friedenslinde. 1959 musste dieser bemerkenswerte Baum mit seiner prächtigen Krone dem wachsenden Verkehr weichen. Rechts steht das sogenannte "Doktorhaus", in dem früher der Gemeindearzt wohnte und praktizierte.

 

Der Dudenhöfer Arzt Dr. Wagner ließ sich im Zweiten Weltkrieg einen Schutzbunker bauen, der auf diesem Luftbild zu erkennen ist - ein wohl unbeabsichtigter aber demonstrativer Gegensatz zur Friedenslinde.

 

- Die Ecke - 

Gehe langsam durch die Gassen,
alte Schönheit zu erfassen!

 derröder - Babenhäuserstrasse, wo sich heute das "Café Bistro" ("c´est la vie") befindet. Im Hintergrund das Haus von Muhl-Pauls, das August Walter (im Volksmund Muhl-Pauls-August) gehörte. Das vordere Haus nannte man das "Musikanten-Haus". Die beiden reizvollen Fachwerkhäuser wurden im Zuge der Strassenverbreiterung 1960 abgerissen.

Links die Häuser in der Niederröderstrasse kurz vor dem Abbruch 1960.

 

Die alte Niederröderstrasse noch ohne die heutigen schmalen Bürgersteige.

 

In der Niederröderstrasse 5 steht eines der ältesten Häuser unseres Ortes. Bei Renovierungsarbeitet entdeckte man an der Giebelseite, eingeschnitten in einen Querbalken, ein Inschrift, die genaue Auskunft gibt: "Johann Peter Walter und Johann Georg Seybel haben das Haus gebaut im Jahre 1754, den 15. Juni. Johann Caspar Petzinger", lautet die Beschriftung des Balkens.

 

Das seit Jahrhunderten im Familienbesitz befindliche Haus der Familie Ochs in der Niederröderstrasse 3 gewährt uns einen Blick in die Hofreite um 1912. Vorn steht August Ochs mit seiner Mutter Marie. Am Fenster lehnen seine Schwester Klara Margarete, die 1928 starb und seine Großmutter Marie Katharina.

 

Links das Haus von Ludwig Weitz (Fussballweitz), rechts danaben das von Adam Walter. Zwischen den beiden Häusern die originelle Lattentür vom Durchgang zu den Wiesen (heute Gärten). Der Durchgang war der bekannte "Stichel" zur Bleiche (Leinenbleiche der alten Weber). Das Wasser wurde von der unweit vorbeifließenden Rodau geholt.

 

Über Generationen hinweg lebten in diesem schönen Fachwerkhaus in der Niederröderstrasse 7 die Familien Auer. 1935/36 wechselte dieses Gebäude in den Besitz von Wilhelm Jäger. Leider wurde dieses Fachwerk in den Nachkriegsjahren überschindelt. Links der Bub Karl Nenner, abseits davon Margot und Elisabeth Jäger.

 

Ortsdiener Heinrich Christian Carl geb. 1876 in Uniform vor seinem Haus Niederröderstrasse 6. Früher trug der Ortsdiener zunächst eine graugrüne, dann eine blaue Uniform, an Sonn- und Feiertagen außerdem einen Säbel und weiße Handschuhe. Bevor es Ortsdiener gab, fungierten die Ausscheller. Ihre Aufgabe war es, an verschiedenen Stellen des Ortes amtliche Bekanntmachungen auszurufen, wobei sie sich mit einer Schelle Aufmerksamkeit verschafften.

 

Das Haus in der Mitte des Bildes wurde 1797 als Forsthaus erwähnt; 1888 wurde es als Wohnung des ersten Gemeindearztes Dr. Riße genutzt, bis sich 1906 dann der hießige Konsum mit einem Verkaufsraum etablierte. Im Haus rechts wurde 1976 die erste Notdienst-Zentrale eingerichtet.

 

Das früher in der Niederröderstrasse 8 befindliche Haus, das ebenfalls der Erweiterung der alten B45 weichen musste, war vor 1877 von Georg Philipp Liller erbaut worden. Es war das Elternhaus des Metzgermeisters Johann Georg Liller I. Am Fenster ist dessen Mutter Marie Margarete zu sehen. Frau Liller war durch den Sturz von einer Leiter körperbehindert, in der damaligen "Ekke" nannte man sie im Volksmund "des aalt bucklisch Fraasche". Am Haus selbst ist noch eine Straßenlaterne zu erkennen, die zu der damaligen Zeit von den "Ausschellern" angezündet wurde.

 

Die Niederröderstrasse, von Niederroden kommend, wurde und wird bei uns die "Ecke" genannt. Die Gebäude rechts sind im Zuge der Strassenverbreiterung abgerissen worden. Im zweiten Haus von links hatte Peter Reining (siehe Anzeige von 1922) seine Werkstatt.

 

 

 

 

Wohnhaus von Ludwig Kratz in der Niederröderstrasse. Früher gehörte das Anwesen seinen Schwiegereltern Petzinger (Zimmermann). Wir sehen ein überdachtes Hoftor und das giebelseitig zur Strasse gelegene Wohnhaus mit Krüppelwalm - eine Bausweise, die gegenwärtig wieder stärker verbreitet ist.

 

Einfahrt in die Wiesenstrasse von der Niederröderstrasse aus gesehen. Rechts das Haus von Karl Nenner ("Nudelschneider") mit Krämerladen. Davor stand früher ein Dorfbrunnen ("Eckepumpe").

 

 

Gemeindegasse - "Gummergasse"

"Das Gummergäßche, klein und schmal,
das ist nicht mehr, das war einmal.
Es wurde, wie die meisten wissen,
die eine Seite abgerissen.

Man hat gebaggert und geschafft,
hat´s breit gemacht mich aller Kraft
und unbedingt auf jeden Fall -
des Gummergäßche war einmal.

Ein Glanzstück heute - welch ein Schatz! -
man nennt es Ludwig-Erhard-Platz,
sogar mit Denkmälern versehen -
oh, Gummergaß; wie warst du schön"

 

1968 ließ die Gemeinde Dudenhofen unsere Gemeindegasse auf der einen Seite abreißen, getreu dem Motto: Unser Dorf soll schöner werden. Um die alte Gasse zu verbreitern wurden drei Häuser angekauft. Inzwischen hat sich das Bild unserer "Gummergasse" völlig verändert. Die Rodgau-Bank, die Bundespost (jetzt im Citroen-Autohaus), eine Apotheke und das Geschäftshaus von Richard Resch prägen das Bild dieses Mittelpunkts Dudenhofens. Die Entwicklung hat unsere Gasse ihres ursprünglichen Charakters sicherlich beraubt; die noch verbliebenen randseitigen Häuser lassen nur noch wenig von früher ahnen. Vorne links das Haus von Ernst Mahr ("Elektro-Ernst") und seiner Frau Rosa.

 

Altes muss Neuem weichen! Das galt besonders für die Gemeindegasse mit dem Eckhaus Nieuwpoorterstrasse 66, früher Hauptstrasse 66 ("Schmids-Klorchen"). Am Fenster Elisabeth Mahr, geb. Küchler ("Eis-Lisbeth").

 

 

Vorderer Teil mit Schreinerei und Wohnhaus von Johann Ludwig Walter. Hinterer Teuil mit Wohnhaus Philipp Kratz VIII. (im Volksmund "Spitze-Wirts Käth").

 

Als diese Aufnahme mit Katharina Walter, geb. Schrod ("Schreiner-Käthchen"), und Tochter Lisbeth 1931 entstand, war Dudenhofen noch nicht an das Wassernetz angeschlossen. Mühsam pumpten vorwiegend Frauen das Wasser für den täglichen Gebrauch in Eimer

 

Ein Stück "Gummergasse" vom Haus des "Elektro-Ernst" aufgenommen, mit den Häusern der Familien Kratz, Jabs, Ripper und Gaubatz.

 

Eine Luftaufnahme von 1978, die heute sehr viel anders aussehen würde. Im Hintergrund der begonnen Bau des Wohn- und Geschäftshauses der Rodgau-Bank, Ecke Nieuwpoorterstrasse - Ludwig-Erhard-Platz. An der Ecke Dr. Weinholzstrasse - Ludwig-Erhard-Platz die Hofreite von Ludwig Kühnle, die inzwischen einem Wohn- und Geschäftshaus von Richard Resch weichen musste.

 

Kirchgasse

 

Dieses Bild mit dem Haus des Schmiedemeisters Gaubatz in der Kirchgasse zeigt damals gebräuchliche Ackergeräte. Zu jener Zeit waren die Bauern noch sehr auf den Schmied angewiesen, denn der beschlug nicht nur die Pferde, wozu er eigens einen Beschlagstuhl hatte, sondern dengelte auch die Sensen und fertigte sogar Geräte wie Pflugscharen oder Hacken an.

 

Haus Kirchgasse 18, Eigentümer Heinrich Kratz XVI. Die Kirchgasse war früher eine Sackgasse und hatte nur einen schmalen Durchgang (Stichel) in das damals direkt anschließende Feld.

Hintergasse

 

Ein Bild von der alten Frankfurterstrasse, hier die Einfahrt zur Mittelstrasse. An dieser Verbindung zur Hauptstrasse stand früher das bekannte Hirtenhaus ("Härtehaus"). Es diente ehemals Schäfern und Gänsehirten als Wohnhaus, bis es wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Vorn im Bild der alte Faselstall. Nach dem Bau des neuen, in unmittelbarer Nähe, wurde er nach dem zweiten Weltkrieg an die Wagnerei Walter und Kratz verkauft und als Stellmacherwerkstatt genutzt; heute als Lagerraum. Der Faselbrunnen ("Faselpumpe") vor dem Gebäude wurde durch den Förderkreis Dudenhofen errichtet.

 

Haus Friedbergerstrasse 8 - ehemals Frankfurterstrasse oder Hintergasse, das früher Philipp Seib ("Raiffeisen"-Seib) gehörte. Hier befand sich das Raiffeisenlager und eine Zweigstelle der AOK Offenbach. Hausgiebel: einfache Fachwerkbauweise, einfache Verriegelung; nordhessischen Fachwerkbauten ähnlich.

 

Im Fachwerkhaus Feldstrasse 1 war früher eine kleine Wagnerei. Das Haus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vom neuen Eigentümer Seib/Fritz abgerissen und neu gebaut, hier der Neubau.

 

Neben dem Fachwerkhaus Feldstrasse 1 wohnten die Familien Klein und Krapp.

 

Ein Erinnerungsfoto seiner Verwandten und Bekannten machte etwa 1905 der aus Deutsch-Südwest-Afrika zu Besuch weilende Philipp Liller vor den Häusern in der Dr. Weinholzstrasse 12 und 14.

 

Links der 1904 erbaute Kindergarten. Im Hintergrund - nur noch in Erinnerung - der 1985 abgerissene Saalbau des traditionsreichen Gasthauses "Schützenhof". Der Saalbau erinnert an die großen Zeiten von Alt-Dudenhofen, als es bereits damals hieß "feste schaffe und feste feiern".

 

Die Luftaufnahme aus dem Jahr 1957 zeigt links die ursprüngliche Kratz-Scheune, die 1897 von Philipp Ludwig Kratz erbaut wurde. 1959/60 wurde diese abgerissen und von Karl Kühnle durch eine größere ersetzt. Vorn neben dem Schützenhof das 1952 fertiggestellte Feuerwehrhaus.

 

Eine Luftaufnahme aus dem Jahre 1975 gibt noch einen herrlichen Blick in die alte Saalbaustrasse. Links sieht man den Schützenhofsaal, der 1985 abgerissen wurde. Rechts ist die Kühnle-Scheune zu sehen, die 1980 Brandstiftung zum Opfer fiel.

 

Kreuzpunkt Wilhelmstrasse - Frankfurterstrasse, Schulstrasse - Saalbaustrasse. Links die Scheune von Karl Kühnle, vorn das Gasthaus zum "Schützenhof" - heute Heimat der Stadtwerke Rodgau.

 

Dellweg mit Bahnübergang, rechts die Scheune vom alten "Küchler-Schuster". Heute steht an Ihrer Stelle ein Wohnaus.

 

Noch steht dieses 1911 erbaute Gebäude im Hinterhof der Wilhelmstrasse 14. Der Bauherr war Johann Georg Resch I., heute noch Meister Resch genannt. Damals betrieb er die die größte Lederwarenfabrik im Umkreis. Etwa 100 Personen wurden von ihm beschäftigt, ausserdem 80 Heimarbeiter. Das zunächst blühende Unternehmen ging 1926 in Konkurs.

 

Reproduktion aus einer Ansichtskarte, die heutige Karlstrasse etwa 1930.

 

Das Haus in der Bahnhofstrasse, heute Karlstrasse, war wegen seiner Dachkonstruktion (charakteristisches Mansardendach( einzigartig in Dudenhofen). Das Haus von Ludwig Funk (früher Born-Funk) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aufgestockt, wodurch uns diese seltene Dachform leider verloren ging. Am Fahrrad links Leonhard, rechts Philipp Born. Am linken Fenster Margarete Born und Martin Born, Fenster oben: Karharina Mahr.

 

Das Haus von Friedruch Walter in der Wilhelmstrasse 34 wurde 1928 gebaut. Dachform: Rundbogen-Segmentbogen. Dachkonstruktion-Lamellenbau. Drei solcher Häuser wurden in Dudenhofen durch die Landesversicherungsanstalt bezuschußt.

 

Bahnhof mit mächtiger Flatterulme (Kronendurchschnitt 25 Meter) und einer Litfasssäule rechts. Früher gab es in Dudenhofen einiger solcher Säulen, die mit Werbeplakaten und Zetteln behängt wurden - benannt nach dem Drucker Ernst Litfaß, der erstmalig 1854 in Berlin solche Säulen aufstellen ließ.

 

Die Bahnstrecke Offenbach-Reinheim über Rodgau wurde in den Jahren 1894-1896 gebaut. Die Einweihung fand am 03. September 1896 statt. Um Architektenkosten zu sparen, wurden damals alle Bahnhöfe nach einem Plan errichtet. Zur Bahnhofsanlage hin wurden noch eine Kopf- und eine Seitenrampe zum Verladen von Langholz errichtet. Viele unserer Einwohner fanden schon beim Bau der Strecke eine ständigen Arbeitsplatz und für manchen, der in Offenbach oder andernorts seine Beschäftigung hatte, war die Bahn zeitgemäß von Vorteil. In den ersten Jahren betrug die Fahrzeit von Dudenhofen nach Offenbach 50 Minuten. Wegen des stark rückläufigen Güterverkehrs wurde 1963 das zweite Gleis am Dudenhöfer Bahnhof demontiert, 1978 wurde der Güterschuppen abgerissen und der Wartesaal geschlossen. Schließlich wurde im Januar 1979 der Bahnhof an privat verkauft. Seitdem befindet sich im Stationsgebäude eine Gaststätte und im Wartesaal ein Kiosk.

 

Die Luftaufnahme zeigt das gegenüber dem Bahnhof liegende Firmengelände der Noll-Generatorenkraftwerke-Steinheim, die Tankholz produzierten. Dieses wurde bis Ende des Krieges als Benzinersatz der Kraftwagenmotoren benötigt. Nach dem Krieg wurde das Gelände für 160.000,- DM an die Firma Kögel verkauft. Deutlich zu erkennen sind links sechs Waggons für Kalkcontainer, die mit LKWs zum Dudenhöfer Kalksandsteinwerk befördert wurden.

 

Das Kögelgelände kurz vor dem Abriss 1989.