Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen
Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...
in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...
und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen

Heuernte

Dudenhofen galt früher im Kreis Offenbach als wohlhabende Bauerngemeinde mit Streubesitz (Wiesen) in 22 umliegenden Gemarkungen. Diese Wiesen, auch "Schutz" genannt, durften ab dem 01. April nicht mehr befahren werden, wie auch das Beweiden durch die Schäfer nicht mehr erlaubt war. Nur als Einzelpersonen, um die Maulwurfhaufen einzuebnen, durfte man die Wiesen betreten. Wenn dann die Zeit des Heumachens gekommen war, wurde das Mähen der Wiesengründe vom Ortsdiener ("Ausscheller") bekanntgemacht und die Wiesen wieder eröffnet.

Körperliche Leistung

Was damals - bis in die 20er oder sogar 30er Jahre - körperlich geleistet werden musste, ist aus heutiger Sicht erstaunlich. Um drei Uhr nachts machten sich die Mäher auf den Weg, denn Fahrräder gabe s noch nicht oder sie waren eine kostspielige Rarität.  Mit der Sense begann dann nach dem schon kräftezährendem Anmarsch die eigentliche Arbeit - ein strapaziöses Tagewerk, dem noch ein mühsamer Rückmarsch bevorstand. Wer täte das heute wohl noch auf sich nehmen? Man denke nur an den Anmarsch von der Oberen Brücke über den Hergershäuser Weg durchs Otteloch und die lange Schneise ("Schnaat") durch den Sickenhöfer Wald - ein Weg, der heute grundsätzlich nur noch motorisiert bewältigt wird.

Mähen

Beim Mähen bildete sich eine Grasreihe ("Maare"), die je nach Wetter alsbald gewendet und danach auf den Haufen aufgesetzt wurde, wodurch man ein besseres Trocknen erreichte. Zum Einbringen wurden die Bauernwagen umgerüstet, das heißt: durch den Heulangwied ("Haalengwäit"), die Heuleitern ("Haaladern"), einen langen Wagendiehl ("Wouedäil") und Stützlösen ("Lösekringe") verlängert und vergrößert.

Aufgabeln

Das Aufgabeln besorgten Männer, das Laden vornehmlich Frauen. Auf der Heimfahrt wurde gewöhnlich am Gasthaus Eichbaum beim "Balzer" im Hergershäuser Wald Rast gemacht, um den Durst zu stillen und sich mit den Hausmacher Spezialitäten, selbstgebackenen Bauernbrot, Schinken und der "Haaworscht" - einer "Servelaa", - nach getaner schwerer Arbeit wieder zu stärken. Die Heimfahrt der Wagen wurde oft zum Problem, denn die Hegwaldchaussee war zu damaliger Zeit noch nicht befestigt, sondern ein sandiger Feldweg.

Abladen

Das Abladen des Heus war auch kein Zuckerschlecken, wenn man an die Hitze unter dem Dach des Heuboden, die Heumotten und die Soinnweben denkt - eine Arbeit, die größtenteils von Kindern und Frauen verrichtet werden musste. Alles dies ist uns angesichts der heutigen Maschinellen "Erntehelfer" oft nur schwer vorstellbar.

Karl Schnur mit seinem Vater Adolf und einer zusammengeflickten Hose, wie sie nach dem Krieg nicht selten war, vor einem voll beladnen Heuwagen auf der Hergershäuser Wiese.

 

Heuernte in Hausen in der Gemarkung "Hinter der Sonne". Rechts Ludwig Liller ("Keck-Liller") aus der Kirchgasse mit seinem Bruder Adam aus Frankfurt. Der Mann in der Mitte ist unbekannt.

 

Ludwig Resch II. mit dem letzten Kuhfuhrwerk Dudenhofens.

 

Grummeternte etwa 1926. Von links: Ludwig Resch auf Besuch von Bischofswerda, Anna Marie Petzinger, Rolf Resch, Luise Petzinger (mit Kopftuch) und daneben Johann Wendel Resch. Auf dem Wagen Katharina Erb mit Tochter Annemarie.

 

Kuhgespann (Einspänner). Auf dem Wagen Katharina Walter ("Resche-Käthchen"). Vorwiegend Frauen mussten Heu- oder Grummeernte einbringen.