Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen
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in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...
und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen

Gastwirtschaften

Vorn links: Elisabeth Kratz, Elisabeth Kämmerer und Marie Kämmerer.

Der „Grüne Baum" vom Kämmerer Heinrich war eine Bauernwirtschaft, die vornehmlich von „Oberdörfern" besucht wurde. Das Haus wurde 1667 erbaut und blieb bis zu seinem Abriß 1960 im Eigentum der Familie Kämmerer. 1903 erhielt Christian Kämmerer die Erlaubnis für eine „Schank-Wirtschaft mit Branntweinausschank". Erwähnenswert sind die geschliffenen Scheiben im Gastraum des Erdgeschosses, die so beschaffen waren, daß man von außen nicht sehen konnte, wer im Lokal saß. Über dem Torhaus befand sich ein 70 qm großer Tanzsaal, dahinter ein Kolleg, das man „Lahmkaute" nannte. In ihm wurde 1889 der TSV gegründet.

Wer hätte gedacht, daß 1843 im Grünen Baum ein wesentlicher Beitrag zur Aufklärung des Mordes an einem Getreidehändler aus Wachenbuchen geleistet wurde'? Kleinkopf, eine zwielichtige Figur aus Bahenhausen, kam noch am selben Abend, als die Mordtat mit dem Raub verrichtet war, in das Wirtshaus des Wendel Kämmerer IV., trank einen Schoppen Apfelwein, zeigte eine Sackuhr und sagte, daß er sie soeben in Offenbach gekauft habe, wobei er nach Aussage des Wirtes Kämmerer und seiner Frau „erschrocken und verzagt aussah". Weil es nun Verdachtsmomente gegen Kleinkopf und gegen einen gewissen Leon gab, die auf deren Schuld hindeuteten, so wurden beide bereits am folgenden Tag verhaftet und ins Kriminalgefängnis Darmstadt gebracht.

Gastwirtschaft und Spezereihandlung von Johann Wendel Resch (Reschewirt) - Nieuwpoorterstrasse 24. Davor steht Phlipp Kratz, genannte der "Hinterbühler", der 1896 den ersten Spargel setzte. Der Anbau links wurde abgerissen.

 

Die "Krone", war über 300 Jahre im Familienbesitz, ist ein liebenswertes Stück Alt-Dudenhofen. Stammvater ist der aus Korbach stammende Samuel Jäger, der am 28. Dezember 1693 Anna Clara Seipel heiratete. 1934 ging die Gaststätte, weil der letzte Eigentümer Jäger keine männlichen Nachkommen hatte, in den Besitz der Tochter über - also Familie Heller. Zwischen 1840 und 1900 war die "Krone" Vereinslokal der "Blauen Jagdgesellschaft". Seit Gründung des Gesangsvereins "Germania 1895" ist die dessen Stammlokal.

 

Anzeige von 1922.

 

Die Michelsbräu war nacheinander das Stammlokal des Gesangvereins "Männerchor 1842", des Athletenvereins "Ringerclub" (etwa 1932 aufgelöst) und des "Radfahrer-Klub-Einigkeit" (etwa 1930 aufgelöst). Besitzer der Gaststätte "Michelsbräu" waren seit 1891 Wilhelm Michel, seit 1893 Ludwig Michel und seit 1901 die Brauerei "Michelsbräu". Heute befindet sich darin eine Pizzeria. Der hintere Saal, früher ein Kino, wurde für Musik- und Tanzveranstaltungen ausgebaut.

 

 

 

Das Gebäude der Gastwirtschaft "Zur Alten Post" hat eine lange Vergangenheit. Der erste Inhaber in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts war Heinrich Martin Carl, bei dem die Fahrer der Postkutschen eingekehrt sind, was auf den Namen der Wirtschaft hindeutet. Die "Alte Post" war zunächst Stammlokal der Sängerriege des TSV, aus der sich dann 1925 der "Volkschor" bildete. Für die Fussballer und sie Sozialdemokraten war sie ebenfalls Sammel- und Treffpunkt aus der Zeit vor 1933.

 

In der Nieuwpoorterstrasse befand sich die Gastwirtschaft und Kolonialwarenhandlung von Johann Nikolaus Walter (Michelsbräu und Brenner AG). Es war das Stammhaus der Schnurs (Schnurwirt) und während der Nazizeit das Stammlokal der NSKK und der SS. Davor: Katharina Walter, Margarete Wolf und Ludwig Walter.

 

Im alten Dudenhofen mangelte es nicht an Kneipen. Dazu zählte auch die "Wally", die auch heute noch Treffpunkt nicht nur der "Thekensteher" ist.

 

Nach dem Umbau etwa 1925 entstand ein ansehnliches Gebäude, in dem das Bier reichlich floß und fließt. Früher hieß das Lokal ursprünglich "Zur schönen Aussicht". Der erste Besitzer war Johann Philipp Funk (Bühler Funk), dann kam Ludwig Funk, dessen Frau Wally, ein Berliner Original, nach seinem Tod die Gastwirtschaft weiterführte. Heute bewirten ihre Tochter Anita und deren Mann Josef Ihre Gäste.

 

Der "Schützenhof".

 

Die Erbauer des Schützenhofes Ludwig Seum II., im Ersten Weltkrieg gefallen, und seine Ehefrau Lisette. Der Schützenhofsaal wurde von dem zweiten Ehemann, dem Gastwirt Philipp Fengel VI., dem "Schützenhöfer" erbaut. Der Schützenhof mitten in Dudenhofen was "das Lokal am Platz", bekannt und beliebt durch seine Wirte Willi (Jonny) Walter und Dieter Ströhl.

 

 

 

Unter seinem Inhaber Heinrich Jäger war die "Spitz", wie sie im Volksmund hieß, nach dem Zweiten Weltkrieg eines der bekanntesten "Fresslokale" in der ganzen Umgegend. Anlauf für viele Bussunternehmer, die hier ihre Gäste bewirten ließen.