Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen
Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...
in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...
und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen

Dörflicher Alltag

 

Der 1936 von einem Baum beim Holzfällen im Wald erschlagene Philipp Erb III. mit seinem Kuhfuhrwerk auf der alten Seligenstädterstrasse nahe der Rodau, wo heute die beiden Gedenksteine stehen.

 

Ein damals vertrauter Anblick: Solche Kuh- und Pferdegespanne waren in früheren Jahren einziges Transportmittel der Bauern. Hier sieht man Frau Magdalena Klein (Lenchen genannt) um 1940. Die Kühe mit Joch und Kappezam.

 

Philipp Seum II., etwa 1940 auf der Heimfahrt mit dem ersten Grünfutter. Rechts das Haus der Familie Fritz Hinterkopf.

 

Hier "zuckelt" - etwa 1924/25 - der Schmied Gaubatz aus der Kirchgasse mit seinem Kuhgespann über das Kopfsteinpflaster der Hauptstrasse. Auch seine Frau, weil für die Feldarbeit unerläßlich, war mit dabei.

 

Bäuerliche Dorfidylle: Ein Kuhfuhrwerk mit Stallmist auf dem Weg ins Feld. In der Bildmitte die Häuser von Ernst Kratz und Philipp Muhl. Die Fahrerin des Gespanns ist Frau Kämmerer ("Zimmer-Mariechen").

 

Johann Philipp Kratz VIII. mit einer Fuhre Mais auf der Heimfahrt durch die Kirchgasse etwa 1935/36. Rechts sieht man die ersten Rohre liegen für das damals geplante Wasserrohrnetz.

 

 

Idylle auf dem Bürgersteig - Pferd und Ziege sowie Karl und Günter Wolf. Typisch für Dudenhofen: Gehsteige mit Basaltsteinpflaster.

 

Mit diesem Bild wird man daran erinnert, wie früher bis in die fünfziger Jahre die Kreuze auf den Grabsteinen über die Friedhofsmauer hinweg zu sehen waren. Georg Weitz mit seinem Fuhrwerk auf der noch unausgebauten Mainzerstrasse. Im Hintergrund erkennt man die alte Dreschhalle.

 

Solche Bilder, Kohle abladen am 23. Dezember 1949 mit Heinrich August Kratz ("Kohle-Kratz") auf seinem Einspänner-Kuhgespann, sind äußerst selten, weil heute längst Zentralheizung üblich ist.

 

Kleinbäuerin Marie Geist mit ihrem Zuggespann. Ihre Kühe trugen Kummetgeschirre, die es selten in Dudenhofen gab. Kühe wurden hier überwiegend nur mit Jochen gefahren.

 

Albert Walter bei der Ausfahrt aufs Feld. Rechts der Abstellplatz für Egge, Hackklotz, Wagenaufsetzbretter, kurzum wie es in Dudenhofen heißt "Gelärsch".

 

Johannes Wendel Liller II. geb. 17. September 1862, aus der Kirchgasse 14 beim "Puhl" pumpen. Jauchewagen erweckten "duftende Erinnerungen" an vergangene Zeiten, als es üblich war, die Jauchefässer mit Handpumpen oder Trichtern zu füllen und den Inhalt auf Feld und Wiese auszubringen. Die Technik ist heute wohl eine andere - der Duft aber ist geblieben.

 

Diese Aufnahme ist besonders bemerkenswert und kann sicherlich als Rarität gelten, denn auf ihr ist ein "gemischtes Doppel" zusehen, ein Pferde-Kuh-Gespann. Auf dem Bild vor dem Oberen Backhaus sehen wir den Nebenerwerbslandwirt Philipp Ludwig Erb.

 

Ludwig Klein IV. mit seinem Jauchewagen während der Vorbeifahrt am Oberndörfer Backhaus an der Nieuwpoorterstrasse 23, das 1952 abgerissen wurde.

 

Freude und Vertrautheit zwischen Mensch und Tier strahlt dieses Bild aus. Die Ziege, ein sehr nutzbringendes Tier, bezeichnete man als "Kuh des kleinen Mannes". Philipp Küchler (Ortsdiener, links sein Sohn Ernst) weidete etwa 1935 seine Ziegen vor der Friedhofsmauer an der noch unausgebauten Mainzer Strasse.

 

Faselvieh im Faselstall in der Friedbergerstrasse, erbaut 1937, heute Bauhof. Die Gemeinden waren verpflichtet, je nach Bedarf Faselvieh, also Eber und Bullen zum Decker der Sauen und Kühe, zu halten. Dudenhofen hatte - sogar noch einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg - zwei schwarzbunte, zwei rotbunte und zwei Fleckviehbullen (Bild unten).

 

Das Pferd als treuer Helfer des Menschen wurde durch den Traktor verdrängt. Hier ein Einpferdfuhrwerk mit einem alten eisenbereiften Ackerwagen. Räder, Nabe, Speichen und Felgenkreuz waren aus Eichenholz, die Deichsel war selbst angefertigt. Von links: Margarete Walter (Schlosser Mutter), Toni Petzinger und ihre Mutter Katharina (Reppel-Petzinger).

 

August Heller mit seinem Kuhfuhrwerk vor dem inzwischen abgerissenen Haus Nieuwpoorterstrasse 8. Heller war vielseitig: Er war Metzger, betrieb Hausschlachtungen, hatte eine Limonaden-"Fabrik" und war nicht zuletzt Landwirt.

 

Unsere Bauern tauschten oft Kühe und Pferde zu Gespanndiensten aus. Der junge Erich Klein (im Krieg gefallen) mit seinem Bruder Ernst Ludwig (Briefträger) führt eine spannbereite Kuh in die Feldstrasse. Sie trägt bereits das aufgesetzte Joch mit Zaumzeug (Kappezam).

 

Jauchewagen mit Fuhrmann Adolf Schnur. Nach lange anhaltendem Regenwetter war dieses Bild in Dudenhofen sicherlich typisch. "Wenn es geregnet hat, fahren die Dudenhöfer Bauern wie die Wilden braungefärbtes Wasser, aber keine Jauche", so der Ausspruch eines Dudenhöfer Lehrers. Der übliche Wagen wurde dann zum "Puhl-Woue" umgerüstet. Deutlich ist an der hinteren Runge das Auslaufrohr zu erkennen. Das Haus rechts im Bild mit Seitengebäude ist die Oberndörfer Schmiede. Eigentümer war und ist die Familie Resch an der Obern-Brücke. Der Großvater war vielen Dudenhöfern als "Schmitthannes" bekannt.

 

Aufnahme von 1913 vor dem Haus Nr. 277, heute Dr. Weinholz-Strasse 20. Vorne Anna Marie Liller und Johann Ludwig Liller. Am Fenster Anna Kratz geb. Liller, Gretchen Zimmer, Käthchen Hinterkopf und Luise Reppel.