Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen
Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...
in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...
und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen

Der Wald

Dudenhofen besaß und besitzt in der Nähe des Ortes große Waldungen, die zu den größten in Hessen gehören. Viele sind noch Privateigentum. Die Waldwirtschaft war bei uns wegen der großen Waldfläche von großer Bedeutung und bis in die 70er Jahre eine Haupteinnahmequelle in unserer Gemeinde. Jährlich wurden 700 bis 800 Festmeter Grubenholz verkauft, sowie zusätzlich etwa 2500 Festmeter Nutz- und Brennholz.

Stolz waren wir Dudenhöfer von jeher auf unseren Wald, bis große Teile davon 1963 an die Firma Adam Opel (Rüsselsheim) verkauft wurden. Seither haben wir praktisch eine Arte "Zonengrenze" in unserem Wald.

 

 

 

Die "Dicke Tanne", die eigentlich eine Kiefer ist, steht heute im Opelprüffeld - leider. Um das Later dieser "Tanne" wurde und wird viel gerätselt. Sie dürfte jedoch älter als 400 Jahre sein, denn Pfarrer Schilling berichtete schon 1857 in unserer Kirchenchronik. Um die "Dicke Tanne" ranken sich mehrere Legenden. So erzählt man sich beispielweise, dass sie ehemals ein Treffpunkt der "Hexen" gewesen sei und mancher "tapfere Bürger" zum Beweis seines Mutes den Platz der "Dicken Tanne" um Mitternacht aufsuchen musste.

 

Die Pflanzensetzfrauen vom Oberwald. Links Förster Bormuth - rechts Philipp Seibel, genannt der "lange Seibel".

 

Philipp Mahr - man nannte ihn den "Sanne Philipp" - wurde in der Gemeinde durch seine Hilfsbereitschaft als "Heilpraktiker" bekannt, obwohl er an sich Waldarbeiter war. Auf dem Foto ist er als Schlepperfahrer mit Pflanzensetzfrauen zu sehen.

 

Holz war bis in das 20. Jahrhundert vorwiegend vorwiegend Brennmaterial in unseren Küchen und Stuben. Wegen der einfachen Werkzeuge - Säge, Axt und Beil - erwärmte Holz gleich dreifach: beim Fällen, beim Spalten und Hacken und schließlich am Ofen. Die einzige Unterstützung kam vom geduldigen Rindvieh, das den Transport besorgte. Der Fuhrmann mit der Ladung ist Johann Philipp Kratz I., Jahrgang 1867, vor der Obernbrücke etwa im Jahre 1920. Im Hintergrund die ehemalige Dreschhalle.

 

Die Holzversteigerung war alljährlich ein Volksfest in Dudenhofen. Sogar viele, die kein Holz steigern wollten, zog es zum romantisch - behaglichen Holzfeuer unter den Kiefern zum Frühschoppen in die Natur.

 

Von links: Philipp und Karl Heller, Hermann Kratz, Adam Walter (Andresse Adam), Alfred Klein, Willi Klein, Philipp erb, Hubacek, Heinrich Mahr.

 

 

Ein fast vergessener Anblick mit Elisabeth Küchler. Viele, vor allem ärmere, mussten sich früher mühsam ihr Holz im Wald lesen. Die wohlhabenderen Mitbürger kauften ihr Holz bei der winterlichen Holzversteigerung, die wenigen Begüterten durften sich an den sogenannten "Holztagen" ihren Brennvorrat selbst aus dem Wald holen.

 

Adam Mahr (Polier-Adam) als Fuhrmann. Früher waren es fast ausschließlich Pferde, die den Transport der Baumstämme aus dem Wald zu bewältigen hatten. Wendig und waldschonend sind sie beim Holzrücken immer noch den Arbeitsmaschinen überlegen, die heute verwendet werden, weil sie pflegeleicht und kostengünstig sind. Vor allem in den Wintermonaten, wenn die Feldarbeit ruhte, betätigsten sich die "Gäulsbauern" als Holzfuhrleute und verdienten sich bei der nicht ungefählichen Arbeit ein Zubrot. Bauern, die sich keine Winterruhe gönnten, nannte man "hauderer".

 

Karl Kratz (Puhl-Karl) beim Holzschneiden. Die Bandkreissäge ist am Schlepper angebaut. Schon sein Vater und Ernst Walter (Radio-Ernst) betrieben gemeinsam eine Lohnholzschneiderei für Brennholz. Diese fahrbaren Sägemaschinen, vor dem Krieg allgemein üblich, waren eigens zum Brennholzschneiden konstruiert.

 

dudenhöfer beim Einladen von Grubenholz Ende der 50er Jahre aufs Schiff in Seligenstadt an der Fähre.

 

Dioe Firma Herbort, vorher Sägewerk - bei uns in Dudenhofen "Hocjseeflotte" genannt, weil die aus Dudenhofen stammenden Gründer des Betriebes vor dem Zwieten Weltkrieg zur See fuhren - stellte Möbel in Halbfabrikation für ihren Betrieb in Westfalen her. Später wurde das Werk an die Firma Kögel verkauft. Heute steht auf diesem Areal ein Gewerbepark. Links oben abgestellte Kalkwaggons am Bahnhof.

 

Die Waldarbeit bedeutete Winters für viele Bauern einen zusätzlichen Verdienst; gleichwohl war sie mit Gefahren verbunden. So ist es geschehen, dass beim Fällen von Bäumen Arbeiter ums Leben kamen, wie der Gedenkstein auf dem Foto besagt. Wilhelm Resch II. und Philipp Erb verunglückten im Februar 1936 innerhalb von acht Tagen. Von der Gemeinde wurde zum Gedenken daran ein Stein gesetzt. Dieser ist am 17. Nobember 1986 aus dem Opelprüffeld, für alle zugänglich, in den Gemeindewald umgesetzt worden. Zuvor hat ihn der Förderkreis restaurieren lassen.