Unternehmen Sie eine Reise in das alte Dudenhofen...in die alten Straßen und Gassen, damalige Sitten und Gebräuche...und stöbern Sie ein wenig durch die Geschichte unseres Dudenhofen
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Ärztliche Versorgung

Mit der ärztlichen Versorgung war es vor 1880 sehr schlecht bestellt. Nur in Seligenstadt und Babenhausen gab es je einen Arzt. Die Gemeinden Dudenhofen, Jügesheim, Hainhausen und Weiskirchen hielten Bürgerversammlungen ab und beschlossen am 18.März 1877, eine Arztstelle für diese Gemeinden zu beantragen. Der gehorsamste Bericht der Großherzoglichen Bürgermeisterei Dudenhofen an das Großherzogliche Kreisamt in Offenbach lautete:

"Nachdem sich seit Jahren das Bedürfnis der Anstellung eines Arztes, welcher seinen Wohnsitz in der Gemeinde Dudenhofen nimmt, fühlbar gemacht hat, indem durch Zuwachs der Bevölkerung, Verweichlichungen der jetzigen Generation der Menschen, die bedeutend gegen früher erforderliche ärztliche Behandlung von Kranken von den auswärts aus zwei Stunden Entfernung Babenhausen und Seligenstadt zu berufenden Ärzten nicht mehr ausreichend erscheint, besonders durch Zeitverlust oftmals dringender ärztlicher Hilfe die nachteiligsten Folgen von Personen und Familien entstehen dann auch in Betracht kommenden bedeutenden ärztlichen Behandlungs- und Transportkosten keine Nebensache sind, hat sich nunmehr ein Sanitätsverein in der Gemeinde gebildet, welcher die Anstellung eines eigenen in der Gemeinde Dudenhofen zu wohnenden Arztes beschlossen hat.

In Folge dessen wurden von dem aus 240 Mitgliedern bestehenden Verein, welchem die ganze Gemeinde mit geringer unbedeutender Ausnahme beigetreten ist, nunmehr die Abschrift beiliegender Statuten entworfen und nach Seite 6 derselben die Verwaltung dessen in die Hände des gesamten Ortsvorstandes gelegt, von welchem eine Aufforderung an um diese Stelle sich zu bewerben wollenden Ärzte in öffentlichen Blättern erlassen worden ist nachdem nunmehr unter den aufgetretenen Bewerbern die Wahl stattgefunden wurde unterm 27. Juni 1880 mit dem in Aachen praktizierenden Arzt Dr. med. Friedrich Wilhelm Riße aus Hohenneukirchen ein Vertrag abgeschlossen."

Der Großherzogliche Bürgermeister
Kratz 

Die Mitglieder des Gemeinderats
Heinrich Seibert usw.

 

Nachdem Dr. Riße im Jahre 1887 gekündigt hatte, wurde am 14. August 1887 eine Versammlung einberufen zum Zwecke der Doktorfrage.

Der Beschluß lautete:

„In der heutigen Sitzung des Gemeinderats wurde in Bezug auf die Wiederbesetzung der vakanten Arztstelle beschlossen, Herrn Dr. Haas, welcher in hiesiger Gemeinde fungierte als Gemeindearzt, anzunehmen und daß ein jeder hiesiger Ortsbürger, welcher Gemeindenutzungen bezieht, alljährliche fünf Mark zu dessen Honorierung auf die Dauer von zehn Jahren der Gemeindekasse zu bezahlen hat, und daß denjenigen, welche mit der Bezahlung ihres Beitrages im Rückstand verbleiben, solcher an ihrem Anteil Steuererlös bei der Verteilung desselben in Abzug gebracht werde."

Der Gemeinderat
Unterschrift

 

Als weitere Ärzte waren dann tätig: Dr. Weinholz, Dr. Wagner, Dr. Osieka und Dr. Sommerlad

Dr. med. Hermann Weinholz mit seinem Cello. Er half den Menschen und liebte die Musik. Sein Leben endete mit einem tödlichen Verkehrsunfall 1938 auf der Landstrasse Dudenhofen-Babenhausen. Zur Erinnerung an sein selbstloses Wirken (von 1908 bis 1938) wurde die Ludwigstrasse in Dr. Weinholz-Strasse umbenannt. Als weitere Anerkennung richtete der "Förderkreis für kulturelle Zwecke" 1988 am 110. Geburtstag des Arztes und zur 50. Wiederkehr seines Unfalls einen Gedenkstein am Ludwig Erhard-Platz.

 

Johann Ludwig Walter und seine Ehefrau Margarete Katharina waren durch Kurse im Arbeitersamariterdienst für Erste Hilfe ausgebildet. Beachtenswert: 1920 gehörte Adolf Reinhardt als geachteter jüdischer Mitbürger der Prüfungskommission des Arbeiter-Samariter Bundes an.

 

Mit grosser Freude wurde das reichlich gesammelte Obst von den Rot-Kreuz-Helfern verladen, das 1939 für die Soldaten in den Lazaretten bestimmt war.

 

 

Von links: Philipp Mahr, Anni Jäger, Heinrich Jäger, Nikolaus Walter, Marie Walter, Philipp Kämmerer, Willi Walter (Jonny), Wilhelm Weitz.

 

"Der Waldhofbauer" - eine Aufführung des DRK Dudenhofen in den dreißiger Jahren.

 

An einem Festzug nach 1945 (das genaue Datum ist nicht bekannt) beteiligte sich auch das Rote Kreuz.

 

Dr. med. Karl Sommerlad, 1917 als Sohn eines Bundesbahnbeamten in Steinheim geboren, kam mit sechs Jahren nach Dudenhofen, wo er die ersten Schuljahre absolvierte. Nach dem Abitur studierte er Medizin und hat 1954 im Hause seiner Eltern in der Nieuwpoorterstrasse 39 eine Praxis eröffnet. 1969 zog er in die Bachstrasse in neue Räume, die ihm eine nahezu optimale Versorgung seiner Patienten ermöglichten. Er war ein beliebter Arzt, der viel Vertrauen genoß und bekannt war durch seine Hausbesuche. Im Mai 1974 starb Dr. Sommerlad, der 20 Jahre in Dudenhofen praktiziert und darüber hinaus auch einen großen Patientenkreis in den Nachbargemeinden hatte.

 

25 jähriges Bestehen des DRK Dudenhofen im Jahre 1959. Mit Musik zieht der Festzug über die "Obere Brücke" zum Festplatz.